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Ausführlicher Einsatzbericht
Einsatzbericht Taskforce Artenschutz
Fall GW2672m - Hornisgrinde-Wolf
Nordschwarzwald – Februar bis März 2026

Ausgangslage
Im Winter 2026 rückte der sogenannte Hornisgrindewolf GW2672m in den Mittelpunkt einer intensiven öffentlichen Debatte im Nordschwarzwald. Hintergrund war eine durch die zuständigen Behörden erteilte Abschussgenehmigung für das Tier.

Begründet wurde diese Entscheidung mit dem Vorwurf sogenannter auffälliger Verhaltensweisen, insbesondere der Annäherung an Menschen sowie an Menschen mit Hunden.

Da der Wolf eine streng geschützte Art ist und eine Tötung nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur als letztes Mittel zulässig ist, entstand schnell eine breite öffentliche Diskussion über die Verhältnismäßigkeit dieser Maßnahme.

Vor diesem Hintergrund entschied sich die Taskforce Artenschutz, die Situation vor Ort aktiv zu begleiten.

Beginn der Aktivitäten im Nordschwarzwald
Die Aktivitäten der Taskforce Artenschutz begannen Anfang Februar 2026. In den darauffolgenden Wochen waren Mitglieder regelmäßig im Nordschwarzwald präsent.

Der Fokus lag auf drei zentralen Bereichen:
1. Beobachtung der Situation im Territorium des Wolfs
2. Dokumentation möglicher Verstöße gegen Natur und Artenschutzrecht
3. Gespräche mit lokalen Akteuren, Behörden und Bürgern

Parallel dazu entwickelte sich eine starke zivilgesellschaftliche Bewegung aus engagierten Menschen, die durch Spaziergänge und Mahnwachen auf die Situation aufmerksam machten.

Zivilgesellschaftliches Engagement
Über mehrere Wochen hinweg waren täglich zahlreiche Menschen im Gebiet unterwegs. Viele dieser Spaziergänge fanden bewusst ruhig und besonnen statt.

Ziel war es, Präsenz zu zeigen, Transparenz herzustellen und gleichzeitig jegliche Form der Eskalation zu vermeiden.

Besonders bemerkenswert war die Eigenorganisation vieler Beteiligter. Menschen, die sich zuvor nicht kannten, arbeiteten verantwortungsvoll zusammen und unterstützten sich gegenseitig.

Rolle der Taskforce Artenschutz
Die Taskforce Artenschutz beteiligte sich sowohl an Spaziergängen als auch an der Beobachtung und Dokumentation der Situation im Gebiet.

Mitglieder waren häufig bis spät in die Nacht vor Ort. Gleichzeitig wurden zahlreiche Gespräche mit lokalen Akteuren geführt.

Diese Gespräche dienten dazu, die Situation vor Ort umfassend zu verstehen, mögliche Ursachen für die Eskalation der Situation zu analysieren und bei der Entwicklung von Lösungen aktiv mitzuwirken.

Erkenntnisse aus Gesprächen
Die Gespräche vor Ort zeichneten ein vielschichtiges Bild.

Mehrere Faktoren scheinen zur aktuellen Situation beigetragen zu haben:

1. Politische Ebene
Die Abschussverfügung fiel in eine Phase intensiver politischer Diskussionen und in zeitlicher Nähe zu politischen Entscheidungen. Dies führte zu öffentlichen Diskussionen über mögliche politische Einflüsse.

2. Nationalpark Schwarzwald
Im Austausch mit verschiedenen Akteuren wurde deutlich, dass das Thema Wolf im Nationalpark zwar bekannt war, jedoch über längere Zeit nicht die notwendige Priorität erhielt. Andere große Projekte, unter anderem die Diskussion um die Erweiterung des Nationalparks, banden viele Ressourcen.

3. Verhalten einzelner Besucher.
Ein weiterer wichtiger Faktor war das Verhalten einzelner Menschen im Gebiet. Während viele Besucher sehr verantwortungsvoll handeln, kam es über längere Zeit immer wieder zu Begegnungen zwischen Hunden und dem Wolf.
In einer Region, in der bekannt war, dass der Wolf stark auf Hunde reagiert, führten solche Situationen wiederholt zu problematischen Begegnungen.

Dokumentierte Vorfälle
Während der Einsatzzeit wurden mehrere auffällige Vorfälle dokumentiert.

Dazu gehörten unter anderem:
- verdächtige Fahrzeugbewegungen im Nationalpark
- mögliche Verstöße gegen Wegegebote
- ein Kadaverfund nahe Wohnbebauung
- Beschädigungen von Wildtierkameras durch Saboteure

In mehreren Fällen wurden entsprechende Hinweise an zuständige Behörden weitergegeben bzw. direkt Strafanzeige erstattet.

Verlauf der Abschussverfügung
Während der Laufzeit der Abschussverfügung blieb die Situation angespannt. Gleichzeitig zeigte sich ein außergewöhnliches Maß an zivilgesellschaftlichem Engagement.

Bemerkenswert war zudem, dass Sichtungen des Wolfs im Verlauf der Wochen seltener wurden, was möglicherweise auf ein stärkeres Rückzugsverhalten des Tieres hindeutet.

Ende der Abschussverfügung
Mit Ablauf der Frist entschied das Umweltministerium Baden Württemberg, die Abschussverfügung nicht zu verlängern.
Eine Weiterbejagung wird derzeit nicht angestrebt.

Nach aktuellem Kenntnisstand lebt GW2672m weiterhin.

Dank an alle Beteiligten
Ein besonderer Dank gilt allen Menschen, die sich in den vergangenen Wochen im Nordschwarzwald engagiert haben.
Viele von ihnen waren bei Wind, Schnee, Regen und Kälte im Gebiet unterwegs.

Die Mitglieder der Taskforce Artenschutz haben in dieser Zeit insgesamt rund 2400 Einsatzstunden geleistet. Diese Stunden umfassen Präsenz im Gebiet, nächtliche Beobachtungen, Dokumentation, Gespräche und organisatorische Arbeit.

Darüber hinaus konnten wir in den vergangenen Wochen viele engagierte Menschen kennenlernen. Einige von ihnen sind inzwischen Teil der Taskforce Artenschutz geworden.

Ausblick
Mit dem Auslaufen der Abschussverfügung endet eine intensive Phase, nicht jedoch die Verantwortung für den zukünftigen Umgang mit Wölfen im Nordschwarzwald.

Die Gespräche der vergangenen Wochen haben deutlich gemacht, dass es um mehr geht als um einen einzelnen Wolf.

Es geht um die Zukunft der Biodiversität im Schwarzwald und um die Frage, wie Menschen und große Beutegreifer langfristig miteinander leben können.

Die Taskforce Artenschutz wird daher weiterhin Gespräche mit lokalen Akteuren führen und Aufklärungsarbeit unterstützen.

Adresse & Kontakt

Taskforce: Artenschutz e.V.
Passeer Strasse 4
18233 Carinerland
Tel.: +4916092286061
info@taskforce-artenschutz.de

Hinweise

Gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Natur. Potenziell kannst du überall auf Hinweise stoßen, die auf illegale Aktivitäten hinweisen. Findest Du etwas, dokumentiere alles, fotografiere, speichere GPS-Koordinaten.

Tipps

Wirst Du angesprochen, bleib cool. Agressive Auseinandersetzungen mit Jägern oder Landwirten führen zu nichts, egal wieviel sachlich richtige Argumente Du bringst. Eskaliert es, zieh Dich zurück oder kontaktiere die 110.